KfW-Update vom 9. Mai

Die KfW hat am 9. Mai die konkreten Ausgestaltungen Ihrer Sonderprogramme UBR (Ukraine, Belarus, Russland) veröffentlicht. Das Wichtigste kompakt im Überblick:

Unter Programmnummer 079 (für große Unternehmen) und 089 (Mittelstand) werden standardisierte Durchleitkredite zur Verfügung gestellt, bei denen die KfW den Hausbanken eine Haftungsfreistellung von 80% gewährt.

Wesentliche Eckpunkte:

  • Bis zu 15% des Jahresumsatzes oder 50% der Jahresenergiekosten vor Antragstellung
  • Maximal 100 Mio. EUR (Mittelstand und Großunternehmen)
  • 2-6 Jahre Laufzeit, dv. bis zu 2 Jahre tilgungsfrei
  • Verzinsung kapitalmarkt- und bonitätsabhängig

Unter Programmnummer 807 beteiligt sich die KfW mit Risikobeteiligungen an Konsortialfinanzierung gemeinsam mit den jeweiligen Hausbanken.

Eckpunkte hier:

  • Ebenfalls Begrenzung auf 15% des Jahresumsatzes oder 50% der Jahresenergiekosten vor Antragstellung
  • Risikoanteil der der KfW in der Regel mind. 25 Mio. EUR
  • Maximaler Risikoanteil der KfW
  • 70% der Neufinanzierung, sowie
  • 50% der Gesamtverschuldung oder
  • 30% der Bilanzsumme
  • Aus diesen Punkten kann abgeleitet werden, dass dieses Programm nur für Finanzierungen > 40 Mio. EUR und somit für Unternehmen ab ca. 270 Mio. EUR Jahresumsatz relevant ist
  • Beteiligung für bis zu 6 Jahre zu gleichen Bedingungen wie die anderen Finanzierungspartner

Allerdings sind die Hürden der Fördervoraussetzungen nach unserer Meinung konkreter als bei den Corona-Darlehen, da der Krisenbezug an klaren Kriterien festgemacht wird:

  • Umsatzrückgang mit Nachweis von mind. 10% des Gruppenumsatzes mit diesen 3 Ländern (vor der Krise)
  • Nachgewiesene Produktionsausfälle in „UBR“ (Ukraine, Belarus, Russland)
  • Nachgewiesene Produktionsausfälle aufgrund fehlender Rohstoffe oder Vorprodukte aus „UBR“
  • Schließung von Produktionsstätten in UBR
  • Besonders hohe Betroffenheit von gestiegenen Energiekosten, definiert als mind. 3% Energiekosten vom Umsatz in 2021

Zudem sind Unternehmen in Schwierigkeiten per 31.12.2021 von den Förderprogrammen ausgeschlossen. Dies könnte problematisch sein für Unternehmen, die bereits durch die Corona-Pandemie in eine Krise geraten sind.

Gerne können wir mit Ihnen besprechen, ob diese Förderprogramme für Ihr Unternehmen relevant sein könnten.